Im Forschungsprojekt „Russische Museen im Zweiten Weltkrieg“ wird das Kriegsschicksal ausgewählter Museen im Bereich der "Heeresgruppe Nord" untersucht. Anhand der Leningrader Vorortschlösser (Carskoe Selo, Pavlovsk, Peterhof und Gatčina) sowie der Museumsstädte Pskov und Novgorod rücken die Auswirkungen des Kriegsgeschehens auf die Kunstdenkmäler und Sammlungen im Nordwesten Russlands unmittelbar in den Blick. Genauer als bisher lassen sich an markanten Beispielen die Odysseen einzelner Sammlungen sowie die Suche nach verschleppten oder geplünderten Kunstwerken verfolgen.

Das Projekt wurde zwischen 2012 und 2014 großzügig von der Volkswagen-Stiftung gefördert. Es war eine Initiative der Kulturstiftung der Länder und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und wurde im Rahmen des Deutsch-Russischen Museumsdialogs durchgeführt.

Die wissenschaftliche Leitung lag bei Prof. Dr. Wolfgang Eichwede.

Exposé Buchprojekt Russische Museen im Zweiten Weltkrieg

Kunst zu Kanonen. Die Zerstörung der Schlossanlage Peterhof im Zweiten Weltkrieg, in: arsprototo Heft 4, 2014, S. 30-33 (Link ⇗)

Eine Kriegsgeschichte. Das Schloss Pavlovsk bei Leningrad und seine Sammlung. Ein Forschungsbericht, in: Zeitgeschichte-online, Dezember 2013 (Link ⇗)

Kunstschutz im Vernichtungskrieg. Vortrag von Dr. Ulrike Schmiegel-Rietig und Dr. Corinna Kuhr-Korolev beim Fachkolloquium des Deutsch-Russischen Museumsdialogs am 17. November 2015 in der Akademie der Künste (Link ⇗)

Zur Museumspolitik in der Sowjetunion. Vortrag von Prof. Dr. Elena Zubkova beim Fachkolloquium des Deutsch-Russischen Museumsdialogs am 17. November 2015 in der Akademie der Künste (Link ⇗)

Neuerscheinungen

Im Memoriam - Pavlovsk In Memoriam. Павловск. Собрание дворца-музея. Потери и утраты. Aвт. и сос. Р. Р. Гафифуллин, ГМЗ Павловск 2015

Rifat R. Gafifullin (Hrsg.), In Memoriam. Pavlovsk. Die Sammlung des Schlossmuseums. Verluste und Verlorenes. Pavlovsk 2015

Puschkin Город Пушкин. Дворцы и люди. Под общей редакцией И. К. Ботт, ГМЗ "Царское Село" 2015.

Iraida K. Bott (Hrsg.), Die Stadt Puškin. Schlösser und Menschen, Carskoe Selo 2015

Diletant Дилетант. Исторический журнал для всех, No. 4 (40) апрель 2015, Разрушители без границ

Diletant. Historisches Journal, Nr. 4 (40), April 2015, Zerstörer ohne Grenzen

Dvorcy I Vojna Дворцы и война. Сборник статей, Научная редакция Л. В. Никифорова, ГМЗ "Петергоф" 2014

Schlösser und Krieg. Sammelband. Red. Larisa. V. Nikiforova, GMZ "Peterhof" 2014

" Arsprototo. Das Magazin der Kulturstiftung der Länder. Nr. 4, 2014. Geraubte Kunst. Der Deutsch-Russische Museumsdialog

Gibel Dvorcov Баир Иринчеев, Денис Жуков, Гибель дворцов. Нацистская оккупация Ленинградской области в 1941-1944 годах. Ст. Петербург 2011

Bair Irincheev, Denis Zhukov, Palaces Destroyed. Nazi occupation of Leningrad Region 941-1944, St. Petersburg 2011

Peterhof - Topazh Х. И. Топаж, Петергод возрожденный из пепла, Ст. Петербург 2009

Ch. I. Topaž, Peterhof - Wiedergeboren aus der Asche, St. Petersburg 2009

Zelenova Анна Ивановна Зеленова, Статьи, Воспоминания, Письма, Ст. Петербург 2006

Anna Ivanovna Zelenova, Aufsätze, Erinnerungen, Briefe, St. Peterburg, 2006

Gatschina Серафима Н. Балаева, Записки хранителя Гатчинского дворца, 1924-1956, Дневники. Статьи. Ст. Петербург 2005

Serafima N. Balaeva, Notizen der Kustodin von Schloss Gatčina, 1924-1956, Tagebücher, Aufsätze, St. Peterburg 2005

Elkina Аделаида Ёлкина, Сделайте это для меня, Ст. Петербург 2005

Adelaida Elkina, Tun Sie es für mich!, St. Petersburg 2005

Prof. Dr. Wolfgang Eichwede ist Osteuropahistoriker. 1974-2007 Professor für Politik und Zeitgeschichte Osteuropas an der Universität Bremen, 1982-2008 Gründungsdirektor der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen. Forschungsschwerpunkte: Sozialbewegungen und Kultur nach 1953, Sowjetisch/russisch-deutsche Beziehungen im 20. und 21. Jahrhundert, langjährige Erfahrung bei Verhandlungen über Restitution von Kulturgütern.

Prof. Dr. Elena Zubkova ist Osteuropahistorikerin und Mitarbeiterin am Institut für Russische Geschichte an der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau. Langjährige Lehrtätigkeit an der Russischen Geisteswissenschaftlichen Universität, jetzt an der Higher School of Economics. Forschungsschwerpunkte: Sozialgeschichte der Sowjetunion, Geschichte des Baltikums im 20. Jahrhundert, Museumsgeschichte

Dr. Ulrike Schmiegelt-Rietig ist Kunst- und Osteuropahistorikerin und verfügt über langjährige Museums- und Ausstellungserfahrung. 2012-2014 wiss. Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Russische Museen im Zweiten Weltkrieg“, seit 2015 wiss. Mitarbeiterin bei der "Zentralen Stelle für Provenienzforschung" des Landes Hessen am Landesmuseum Wiesbaden. Arbeitsschwerpunkte: Europäische Geschichtspolitik, Erinnerungskultur, Museums- und Sammlungsgeschichte.